Rechtshänder-Variante, Belastungssteuerung und Linden-Cup

Der TV 05/07 Hüttenberg befindet sich mitten in der Vorbereitung und nach dem Trainingslager in Eisenach geht es diese Woche zum 30. Jubiläum des Linden-Cups der Sparkasse Gießen. In diesem Interview verrät uns TVH-Trainer Johannes Wohlrab, welche Schwerpunkte er im Trainingslager setzte, warum Athletik-Trainer Jonas Meissner bei einem Würstchenblech die Augen zudrücken muss und woran er bis zur ersten DHB-Pokalrunde noch arbeiten muss.

 

Nach einer langen und kräftezehrenden Saison hattet ihr eine sehr kurze Pause von lediglich 3-4 Wochen. In welchem Zustand kamen die Jungs in das erste Training?

Wohlrab: „Die Pause war sehr kurz, aber die Jungs kamen erwartungsgemäß in einem guten Zustand zurück. Wir haben uns entschieden, dass wir den Jungs aber zwischendrin nach hohen Belastungsphasen vereinzelt Tage freigeben. Zusätzlich werden sie in der Vorbereitung ein verlängertes Wochenende frei bekommen, wo sie dann nochmal nach Hause reisen können. Aufgrund der sehr kurzen Pause gibt es keine Formel, die einem sagt, ob das eigene Vorgehen richtig oder falsch ist. Man muss schauen, dass man ohne große Verletzungen durch diese Phase kommt, was die größte Herausforderung darstellt. Dazu kommt der mentale Effekt, sodass die Spieler in diesen zusätzlichen Pausen Zeit bekommen, um neue Kräfte zu bündeln.

Ihr wart letzte Woche in Eisenach im Trainingslager. Welche Schwerpunkte hast du in dieser Woche gesetzt?

Wohlrab: „Die Schwerpunkte lagen im athletischen und taktischen Bereich. Wobei der Fokus dort auf unserer 3:2:1-Abwehr lag, damit wir uns in die unterschiedlichen neuen Konstellationen einspielen können. Des Weiteren haben wir auch im Angriff an der Rechtshänder-Variante im rechten Rückraum gearbeitet. Zudem verbringen wir als Mannschaft natürlich auch sehr viel Zeit miteinander, sodass ein Trainingslager immer das Gefüge stärkt.“

Diese Woche nehmt ihr am 30. Linden-Cup der Sparkasse Gießen teil und trefft dort auf die LIQUI-Moly-Bundesligisten Bergischer HC, MT Melsungen und die HSG Wetzlar. Was nimmst du dir für dieses traditionsreich Turnier vor?

Wohlrab: „Der Linde-Cup ist immer eine geile Geschichte, worauf ich mich riesig freue. Es ist ein super Turnier und ich weiß nicht, wie viele Teilnahmen ich schon als Spieler und als Trainer habe, aber es sind einige. Vielleicht bin ich sogar der mit den häufigsten Teilnahmen am Linden-Cup. Zum einen möchten wir den Bundesligisten das Leben so schwer wie nur möglich machen. Wir möchten uns gegen die beste Mannschaften Deutschlands beweisen und gucken, wo wir mit unserer jungen Truppe im Vergleich stehen. Wir möchten in jedem Spiel dazulernen und uns bei unseren Schwachstellen verbessern.“

Es ist das größte Vorbereitungsturnier in unserer handballverrückten Region Mittelhessens. Was macht in deinen Augen den Linden-Cup aus?

Wohlrab: „Der Linden-Cup ist einfach ein tolles und traditionelles Turnier. Es ist wirklich schön, jedes Jahr am Linden-Cup teilzunehmen. Ich habe da einen persönlichen Deal mit Organisator Ulrich Lepper, der meiner Mannschaft immer ein Blech mit den leckeren Würstchen zur Verfügung stellt und dieses dann persönlich vorbeibringt. Da drückt unser Athletik-Coach Jonas Meissner auch mal ein Auge zu, da er natürlich auch ein Auge auf die Ernährung der Spieler hat. Die Vorfreude ist schon groß, da sich der Linden-Cup von Jahr zu Jahr weiterentwickelt und man nirgendwo die Chance erhält, Handball auf diesem Niveau und in dieser familiären Atmosphäre vor der Saison zu erleben.“

Am 28. August steht das erste Pflichtspiel mit der 1.DHB-Pokalrunde beim Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang an. Woran müsst ihr bis dahin noch arbeiten?

Wohlrab: „Ganz klar ist, dass wir eine Runde weiterkommen möchten. Der Pokal ist eine ganz andere Form von Spielmodus als die Saison. Ein Spiel über 60 Minuten und es ist egal gegen welche Klasse es geht. Gewinnst du das Spiel, kommst du eine runde weiter. Das ist auch unsere klare Zielstellung. Wir sind im Plan, was wir uns vorgenommen haben. Wir arbeiten weiterhin an unserer Rechtshänder-Variante, wir arbeiten an unserer 3:2:1-Deckung und einer möglichen 5:1-Variante und wir arbeiten weiterhin an unserem Fitnesszustand und unserer mentalen Stärke, sodass wir frisch und gut aufgestellt in dieses Spiel gehen können. Danach haben wir noch ein freies Wochenende und dann geht auch schon die Saison los.“

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