Fuß sichert Punktgewinn

Mit einer großen Willensleistung erkämpft sich der TV 05/07 Hüttenberg ein 28:28-Remis gegen den TV Großwallstadt. Kurz vor der Schlusssirene trifft Merlin Fuß per Schlagwurf und lässt die blau-weiß-roten Farben das Unentschieden wie einen Sieg bejubeln. „Es ist ein absolut glücklicher Punkt“, resümierte TVH-Trainer Johannes Wohlrab die Partie

Der Punktgewinn mag glücklich sein, jedoch keinesfalls unverdient, zumal der TVH mit viel Herzblut und Leidenschaft das Derby bestritt und am Ende wieder etwas Zählbares aus einem Heimspiel mitnehmen konnte. Die kämpferischen Attribute ließen die Gastgeber jedoch in den ersten Minuten vermissen. Ganz anders sah das auf Seiten der Unterfranken aus, die von Beginn an hellwach agierten und Wohlrab beim Stand von 3:7 nach gut acht Minuten zur ersten Auszeit zwangen. Der A-Lizenzinhaber sprach die fehlende Einstellung deutlich in dem Timeout an und schmiss schon früh die Rotationsmaschine an. „Da war ich sehr unzufrieden mit der Aggressivität meiner Mannschaft. Für mich ist die Grundlage in einem Derby, dass man das Rote in den Augen der Spieler sieht und das haben wir anfangs leider nicht gezeigt“, so Wohlrab. Nach 15 Minuten saß die Startformation bis auf Nikolai Weber im Tor komplett auf der Bank, was eher untypisch für Wohlrab ist, jedoch sollten diese vielen Wechsel nicht ihre Wirkung verfehlen. Sukzessive kämpften sich die Mittelhessen wieder heran und erzielten in der 24. Minute den 10:11-Anschlusstreffer. Nach Ablauf der Uhr traf TVG-Toptorschütze Savvas Savvas vom Strich zum 14:12 und bescherte seinen Farben eine verdiente Halbzeitführung.

Zwei Oldies und Merlin

Nach dem Seitenwechsel eröffnete sich ein offener Schlagabtausch. Auf Seiten der Gäste war es besonders Mario Stark, den der TVH kaum in den Griff bekam. Gepaart mit einer agilen 6:0-Abwehr und einem starken Jan Steffen Redwitz im TVG-Gehäuse waren die Großwallstädter dem TVH immer eine Nasenspitze voraus. Beim TV 05/07 Hüttenberg hielt wieder einmal Ian Weber das spielerische Zepter sicher in der Hand und hatte mit Rückkehrer Hendrik Schreiber einen wichtigen Faktor neben sich. Schreiber war es auch, der in der 46. Minute das 20:23 erzielte und seine Farben weiterhin in der Partie hielt. In der Schlussphase sollten jedoch weitere Protagonisten das Spielgeschehen prägen. Beim TVG war es weiterhin der herausragende Stark, von dem jegliche Impulse ausgingen und bei den Hausherren trumpften die „Routiniers“ immer mehr auf. Wie schon im Hinspiel spielte Stefan Kneer groß auf gegen seinen Ex-Verein und netzte in der Schlussphase drei Mal hintereinander ein, sodass der TVH in der 59. Minute das 27:27 erzielte. Während Ex-Nationalspieler Kneer in der Offensive wichtige Akzente setzte, war es Nikolai Weber im TVH-Tor, der in den letzten Minuten den Kasten vernagelte. Das packende und hochklassige 2.Liga-Spiel sollte seinen Höhepunkt jedoch zwei Sekunden vor Schluss finden. Der TVH versuchte den treffsicheren Stefan Kneer in Wurfposition zu bringen, was die TVG-Deckung jedoch gut zu unterbinden wusste. Somit landete der Ball kurz vor dem Ende in den Händen von Merlin Fuß, der nicht lange überlegte und mit einem beherzten Schlagwurf in das TVH-Glück traf.

Schiedsrichter: Cesnik/Conrad – Zuschauer: keine – Zeitstrafen: 10:8 in Minuten – Strafwürfe: 2/1 : 5/3.

TVH: N.Weber, Plaue; Fuß (4), Kneer (3), Opitz, Theiß (2), Fujita (1), I.Weber (7), Rompf (1/1), Lindenstruth (1), Reichl (4), Mubenzem, Hübscher (2), Hahn, Klein, Schreiber (3).

Stimmen zum Spiel

Johannes Wohlrab: „Großwallstadt war sehr gut eingestellt und sie wollten es am Anfang mehr als wir. Ab der 20. Minute schaffen wir aber den Hebel umzulegen. Da war das Comeback von Hendrik Schreiber ein wichtiger Faktor. Zur Halbzeit können wir glücklich sein, dass wir nur mit zwei Toren zurückliegen. Großwallstadt hat es sehr gut gelöst in der Kleingruppe und Mario Stark hat ein super Spiel gemacht. Zum Schluss sind es meine zwei ältesten und erfahrensten Spieler mit Stefan Kneer und Nikolai Weber, die die Verantwortung übernehmen. Da mache ich den beiden ein riesiges Kompliment. Am Ende es ist für mich aber ein absolut glücklicher Punkt.“

Stefan Kneer: „Wir haben uns in der Abwehr sehr schwergetan und hatten da nicht den Zugriff wie in den letzten Spielen. Wir haben uns jedoch niemals aufgegeben und uns zurückgekämpft. Am Ende haben wir, wenn auch glücklich aber verdient, einen Punkt geholt. Für uns war es wichtig, dass wir gezeigt haben, dass wir eine Mannschaft sind und in schwierigen Phasen zusammenstehen.“

Johannes Klein: „Wir haben eine starke kämpferische Leistung abgeliefert. Mit unserem Abwehrverhalten bin ich nicht zufrieden, da wir zu viele Eins-gegen-Eins-Duelle verloren und dann auch nicht optimal ausgeholfen haben. In kritischen Phasen konnten wir uns aber auf Niko im Tor verlassen und im Angriff waren wir sehr diszipliniert. Gegen Hamm müssen wir hinten aber kompakter auftreten, um eine Chance auf einen Punktgewinn zu haben.“

Foto: Jenniver Röczey

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